Verleihung des Österreichischen Franz Kafka-Preises und des Odradek – Buchpreises zum Österreichischen Franz Kafka-Preis
Die Preisverleihung am 19. Juni 2026 um 18:00 Uhr im Martinskeller der Pfarre St. Martin in Klosterneuburg stattfinden; die Laudationes halten Daniela Strigl für Olga Flor sowie Olga Flor und Manfred Müller für Hanno Millesi. (Anmeldung ist unbedingt erforderlich)
Die Österreichische Franz Kafka-Gesellschaft (ÖFKG) vergibt die vom Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport (BMWKMS) und der Abteilung Kunst und Kultur des Landes Niederösterreich gemeinsam gestifteten ›Kafka Preise‹ – ›Österreichischer Franz Kafka-Preis‹ und ›Odradek – Buchpreis zum Österreichischen Franz Kafka-Preis‹.
Die Urkunden überreichen werden Antonia Rahofer, Leiterin der Abteilung Literatur und Verlagswesen, Büchereien im BMWKMS in Vertretung von Vizekanzler Andreas Babler und Christoph Kaufmann, Abgeordneter zum NÖ Landtag in Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.
›Österreichischer Franz Kafka-Preis‹ 2026 an Olga Flor
Den mit 10.000 Euro dotierten ›Österreichischen Franz Kafka-Preis‹, der für das bisherige literarische Oeuvre verliehen wird, erhält die in Graz lebende Autorin Olga Flor, 1968 in Wien geboren, die bereits u.a. mit dem ›Anton Wildgans-Preis‹ (2012), dem ›Veza-Canetti-Preis‹ der Stadt Wien (2014) und dem ›Gert-Jonke-Preis‹ (2023) ausgezeichnet wurde. Zuletzt veröffentlichte sie die Romane »Morituri« (Jung und Jung, 2021) und »Ein kurzes Buch zum fröhlichen Untergang« (Jung und Jung, 2025).
Jurybegründung:
In Olga Flor ehrt die Jury des ›Österreichischen Franz Kafka-Preises‹ eine Schriftstellerin, die mit bewundernswerter Radikalität und Konsequenz die Wunden der Gegenwartsgesellschaft mit und in der Sprache aufspürt. Dabei nimmt sie genau in Augenschein, wie sich ökonomische Zwänge, Liebes- und Machtverhältnisse in Psyche und Körper einschreiben, und bewegt sich trittsicher auf dem Grat zwischen Hyperrealismus und Dystopie.
Der ›Österreichische Franz Kafka-Preis‹ zählt zu den bedeutendsten Preisen des Landes, einst erhielten ihn spätere Nobelpreisträger*innen wie Peter Handke (1979), Elias Canetti (1981) oder Herta Müller (1999). Zuletzt wurde vor zwei Jahren Josef Winkler (2024) ausgezeichnet.
›Odradek – Buchpreis zum Österreichischen Franz Kafka-Preis‹ 2026 an Hanno Millesi
Der mit 5.000 Euro dotierte ›Odradek – Buchpreis zum Österreichischen Franz Kafka-Preis‹, der für eine einzelne Buchpublikation, die einen eindeutigen Bezug zu Kafkas Sprache und Themenwelt aufweist, vergeben wird, geht an den 1966 in Wien geborenen Autor Hanno Millesi für seinen 2025 im Wiener Sonderzahl Verlag erschienenen Roman »Zur Zeit der Schneefälle«.
Die Jury erstellte aus Büchern der letzten vier Jahre eine Shortlist, aus der in Zusammenarbeit mit Kafka-Preisträgerin Olga Flor Millesis Roman ausgewählt wurde.
Jurybegründung:
Den ›Odradek-Buchpreis‹ erhält Hanno Millesi für seinen Roman »Zur Zeit der Schneefälle«, in dem eine surreale Situation – ein wachsendes Loch in der Wohnzimmerwand – zum Ende der Privatheit zweier Hausparteien führt und auf komisch-irritierende Weise den Blick auf die gebrechliche Einrichtung der Welt freigibt.
Jury
Die Jury bestand aus Manfred Müller (Franz Kafka-Gesellschaft), Dana Pfeiferová (Germanistin, Universität Pilsen), Peter Rosei (Schriftsteller, Träger des Franz Kafka-Preises 1993), Katharina Strasser (Abteilung Kunst und Kultur des Landes Niederösterreich), Daniela Strigl (Literaturkritikerin und Germanistin) und Nobert C. Wolf (Germanist, Universität Wien).
Finanzierung
Das Preisgeld der ›Kafka-Preise‹ 2026 wird zu gleichen Teilen von dem Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport (BMWKMS) und der Abteilung Kunst und Kultur des Landes Niederösterreich gemeinsam gestiftet. Letztere trägt auch die Kosten für die Verleihung.
Eine weitere Kooperation besteht mit der Bibliothek St. Martin der Pfarre St. Martin, die die Räumlichkeiten für die Verleihung zur Verfügung stellt.