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März 23
Do.
18:30
„Auch alte Herren, die nackt über Heuhaufen springen, gefallen mir nicht.“
Einleitende Worte: Alfred Schmidt
Lesung: Charlotte Aigner
Zeit seines Lebens war Franz Kafka auf der Suche nach einer gesunden Lebensweise und einer ihm zuträglichen Ernährung, zugleich erfüllte ihn ein tiefes Misstrauen gegenüber der Schulmedizin und ihren Behandlungsmethoden. Der zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufblühenden Naturheilbewegung stand er sehr aufgeschlossen gegenüber, ebenso dem Vegetarismus, ohne aber jemals eine streng dogmatische Haltung einzunehmen. Wesentlichen Einfluss auf Kafka hatte sein Onkel Siegfried Löwy, ein recht eigenwilliger Landarzt in Triesch, und eine Begegnung mit dem bekannten Naturheil-Propheten Moritz Schnitzer.
Die Lesung folgt den Spuren zu diesem Thema in Kafkas Werk – etwa der amüsanten Schilderung seines Aufenthalts in Sanatorium Jungborn im Harz im Sommer 1912 in den Tagebüchern – aber auch in Briefen und seinem literarischen Werk.
Im Anschluss gibt es Gelegenheit gemeinsam ins Gespräch zu kommen.
November 22
Fr.
19:00
Kafka tanzt
Das über Österreichs Grenzen hinaus erfolgreiche Programm von und mit Charlotte Aigner und Žiga Jereb wird aber natürlich weiter bestehen und Kafka-Texte an verschiedenen Orten auf außergewöhnliche Weise präsentieren.
Anmeldung unter bibliothek(at)stift-klosterneuburg.at bei Martin Haltrich
Mai 22
Fr.
19:00
Franz Kafka: Die Zeichnungen
»Franz Kafka: Die Zeichnungen« (hg. von Andreas Kilcher unter Mitarbeit von Pavel Schmidt. Mit Essays von Judith Butler und Andreas Kilcher/C.H. Beck)
Ein internationales Ereignis: Die Erstveröffentlichung der neu aufgetauchten Zeichnungen Franz Kafkas.
»Kafkas Zeichnungen kippen vom Realistischen ins Phantastische, ins Groteske, manchmal auch Unheimliche oder Karnevaleske. Zusammen machen sie einen zweiten Kafka neben dem Schriftsteller sichtbar.« (Verlag)
Andreas Kilcher stellt den Band vor und zeigt einige der Zeichnungen Franz Kafkas.
Moderation und Gespräch: Manfred Müller
Gemeinsam mit der Österreichischen Franz Kafka Gesellschaft
Mai 22
Di.
19:00
Hier ist Literatur!
»Hier ist Literatur! Reisen zu literarischen Erinnerungsorten in Niederösterreich« (hg. von Helmut Neundlinger, Julia Stattin, Katharina Strasser und Fermin Suter, Fotografien von Klaus Pichler/Literaturedition Niederösterreich)
Julia Stattin und Fermin Suter stellen das Buch vor,
Andreas Jungwirth (zum ›Audenhaus‹ in Kirchstetten), Ana Marwan (zu Franz Kafkas Sterbehaus in Kierling) und Hanno Millesi (zum ›Haus der Künstler‹ in Gugging) lesen aus ihren Texten und sprechen über die von ihnen beschriebenen Gedenkorte.
Moderation und Gespräch: Ursula Ebel
Gemeinsam mit der Literaturedition Niederösterreich
April 22
Fr.
18:00
›Jeder Mensch ist eigentümlich‹ – Kafkas Kritik an der Erziehung
Einführende Worte: Alfred Schmidt
Lesung: Charlotte Aigner
An vielen Stellen seines Werkes verteidigt Kafka leidenschaftlich und empathisch das Recht des Kindes auf Individualität gegen die repressive Gewalt der Erwachsenenwelt. Sein berüchtigter Brief an den Vater ist ein einziges erschütterndes Protokoll eines unsensiblen und demütigenden Umganges mit der kindlichen Psyche, die lebenslange Spuren hinterlässt. Kafkas Anklage bezieht sich längst nicht alleine auf seinen Vater, sondern windet sich „wie ein Dolch durch die Gesellschaft“, wie er in seinem Tagebuch einmal festhält. Kafkas Texte lese sich stellenweise als direkte Vorwegnahme einer Kritik an gängigen Erziehungsmethoden, wie sie viel später erst unter dem Begriff der „Schwarzen Pädagogik“ formuliert wurde.
Die Lesung präsentiert eine Auswahl von Kafka-Texten, die diesen Aspekt seines Werkes beleuchten.
Oktober 21
Fr.
19:00
Oktober 21
Do.
19:00
Franz Kafka und Russland
Mikhail Rudnitskiy: Franz Kafka in der Sowjetunion, in Russland – und in meinem Leben
Einer der wichtigsten Kafka-Übersetzer spricht über seine jahrzehntelange Beschäftigung mit Franz Kafkas Werk.
Anschließend unterhält er sich mit Michael Rohrwasser über die komplexe Rezeptionsgeschichte des Prager Schriftstellers seit den Zeiten der Sowjetunion und über dessen gegenwärtige Bedeutung in Russland.
Moderation: Manfred Müller
Gemeinsam mit der Österreichischen Franz Kafka Gesellschaft, in Zusammenarbeit mit der IG Übersetzerinnen Übersetzer.
September 21
Mi.
19:00
Dževad Karahasan
14. Abend der literarischen KAFKA.LEKTÜREN mit Dževad Karahasan
Autorinnen und Autoren lesen und kommentieren kurze, selbstgewählte Passagen aus Texten Franz Kafkas und sprechen über Kafkas Bedeutung für ihre eigene literarische Arbeit.
Dževad Karahasan, wird vor allem zu Kafkas Prosatexten »Die Brücke« und »Die Verwandlung« sprechen und Bezüge zu seiner eigenen schriftstellerischen Arbeit herstellen, u.a. anhand der Erzählung »Samtblumen an ihrer statt« aus seinem 2019 erschienen Buch »Ein Haus für die Müden«.
Moderation und Gespräch: Manfred Müller
Gemeinsam mit der Österreichischen Franz Kafka Gesellschaft und dem Stift Klosterneuburg
Juli 21
Do.
00:00
›Übergänge Přechody 2021‹
Begegnung in Gmünd
40 Veranstaltungen an 4 Tagen in den Grenzstädten Gmünd und Ceské Velenice
Eigeninitiative und Kooperation, Vielfalt und Respekt, Fair Pay und offener Zugang.
Details zu den Veranstaltungen finden Sie auf der Website https://prechody.wordpress.com/
Freitag, 23.7.2021
INTERNATIONALES SYMPOSION
GMÜND – ČESKÉ VELENICE
Mikrokosmos Europa
Eine Liebe an der Grenze:
101 Jahre Franz Kafka und Milena Jesenská: Begegnung in Gmünd
Die internationale Fachtagung zeichnet die historische Begegnung von Franz Kafka und Milena Jesenská nach und bettet diese in den literarisch - historischen Kontext ein.
Das Symposium soll verschiedene Facetten dieses Themas wissenschaftlich beleuchten und zu einem Gesamtbild fügen. Zu dieser Veranstaltung sind renommierte ExpertInnen aus Österreich, Tschechien und Deutschland eingeladen.
Sprache: Tschechisch-Deutsch, zweisprachig (Simultanübersetzung)
Das gesamte Programm zu diesem Symposion finden Sie hier.
Anmeldung bitte unbedingt unter festival(at)prechody.eu!
Es wird in Kooperation mit der Österreichischen Franz Kafka Gesellschaft, Präsident Mag. Dr. Manfred Müller, dem Kulturverein ÜBERGÄNGE – PŘECHODY und den Stadtgemeinden České Velenice und Gmünd im Rahmen des EU geförderten Projektes „Mikrokosmos“ veranstaltet.
Juni 21
Do.
12:00
»Ottla trägt mich wirklich förmlich auf ihren Flügeln durch die schwierige Welt«*
Die jüngste Lesung im Rahmen der Österreichischen Franz Kafka Gesellschaft am 97. Todestag Franz Kafkas ist der Erinnerung an seine Lieblingsschwester Ottla (Ottilie Kafka, verheiratete Davidova, 1892 - 1943) gewidmet. Anhand einer Auswahl von Texten aus Kafkas Briefen an und über Ottla sowie Ausschnitten aus Briefen Ottlas an ihren späteren Mann Josef David entsteht das lebendige Bild einer selbstbewussten, starken, aber auch sensiblen und empathischen jungen Frau, die in enger Beziehung zu ihrem Bruder Franz stand. Zeit seines Lebens war sie ihm eine bewundernde, liebevolle und fürsorgliche Schwester, die ihm Rückhalt gab und auch in seine literarische Welt - etwa in der Figur der Olga im Schloss-Roman - Eingang gefunden hat. Im Oktober 1943 wurde Ottla Davidova in Auschwitz Birkenau ermordet.
Einleitung: Alfred Schmidt
Lesung: Charlotte Aigner, Manfred Müller
Die Lesung wurde am 28.5.2021 aufgezeichnet und ist unter diesem Link abrufbar.
*Aus einem Brief an Max Brod, Mitte September 1917
