Franz Kafkas Lebenschronik und seine Zeit in Kierling

Lebenschronik 1883–1924

Zentrale Ereignisse, Personen, literarische Arbeiten mit besonderem Schwerpunkt auf Kafkas letztem Lebensjahr
 

1883–1910
1911–1923
1924
1924
in Übersetzung

Verfasst von Charlotte Aigner (vormals Spitzer) unter Verwendung der biografischen Arbeiten von Hartmut Binder, Rotraut Hackermüller, Alois Prinz, Reiner Stach und Klaus Wagenbach.

Kafka in Kierling

Das ehemalige »Sanatorium Dr. Hoffmann« ist das Sterbehaus des weltberühmten Schriftstellers Franz Kafka, der hier am 3. Juni 1924 im Alter von 40 Jahren an den Folgen seiner Kehlkopftuberkulose starb.

Am 19. April 1924 wurde Franz Kafka von der Wiener Universitätsklinik in das Sanatorium Dr. Hoffmann in Kierling bei Klosterneuburg verlegt. Er hatte die Klinik auf eigenen Wunsch und gegen den Widerstand der Ärzte verlassen, die immerhin weiterhin regelmäßig zur Visite ins Sanatorium kamen. Im Kierlinger Sanatorium erhielt er ein sonniges Balkonzimmer mit Blick ins Grüne und wurde von seiner Lebensgefährtin Dora Diamant und seinem Freund Robert Klopstock begleitet und gepflegt.

Nachdem ihm zuletzt auch das Sprechen verboten worden war, kommunizierte er mit der Außenwelt fast ausschließlich über Zettel oder Briefe und schrieb daneben an seinen letzten literarischen Arbeiten. Kafka wurde in Kierling von zahlreichen Verwandten, Freunden und Bekannten besucht, darunter seine Schwester Ottla Davidová, Milena Jesenská und Max Brod.

Detailreichere Informationen zu jedem einzelnen Tag, den Kafka in Kierliung verbrachte, finden Sie in unserem Podcast Kafkas letzte Tage.